
Wenn man alle vier Formkonstanten dynamisch kombiniert, entsteht ein wunderschönes, wirbelndes Mosaik.
Wer hat die visuellen „Formkonstanten“ identifiziert?
Heinrich Klüver (1897–1979) war ein deutsch-amerikanischer Psychologe und Hirnforscher, der einen Großteil seiner Karriere an der University of Chicago verbrachte. Er war zutiefst fasziniert von der visuellen Wahrnehmung und davon, wie Gehirnaktivität die Dinge hervorbringt, die wir als Sehen erleben.
In den 1920er Jahren untersuchte Klüver die visuellen Effekte von Meskalin, einer psychedelischen Verbindung, die in Peyote-Kakteen vorkommt. Im Rahmen seiner Forschung experimentierte er selbst mit Meskalin und dokumentierte sorgfältig die wiederkehrenden visuellen Phänomene, die mit dieser Erfahrung verbunden waren.
Wie er zu der Entdeckung kam
Klüver bemerkte etwas Faszinierendes: Obwohl visuelle Halluzinationen unvorhersehbar und komplex erscheinen können, traten bestimmte einfache geometrische Muster immer wieder auf.
Er gruppierte diese wiederkehrenden Muster in vier Kategorien, die als Formkonstanten bekannt wurden:
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Gitter & Schachbrettmuster: Wiederholte Muster wie Gitter, Waben und Schachbrettmuster.
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Spinnweben: Webartige geometrische Strukturen.
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Tunnel & Trichter: Konzentrische Formen, die den Eindruck erwecken können, durch einen Tunnel oder Trichter zu blicken.
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Spiralen: Wirbelnde Muster, die sich um einen zentralen Punkt winden.
Diese Muster sind nicht auf Psychedelika beschränkt. Ähnliche geometrische visuelle Phänomene wurden seitdem bei Migräne-Auren, sensorischer Deprivation, Stimulation durch flackerndes Licht und anderen veränderten visuellen Zuständen berichtet.
Warum passiert das?
Wenn man etwas betrachtet, wandern visuelle Informationen von den Augen ins Gehirn und erreichen schließlich Bereiche wie den primären visuellen Cortex, bekannt als V1, im hinteren Teil des Gehirns.
V1 enthält eine organisierte Karte des visuellen Raums. Forscher haben vermutet, dass unter bestimmten Bedingungen ungewöhnliche Muster neuronaler Aktivität innerhalb dieses visuellen Systems entstehen können. Mathematische Modelle legen nahe, dass sich wiederholende Wellen oder Aktivitätsmuster im visuellen Cortex dazu beitragen können, warum Menschen charakteristische geometrische Formen wie Tunnel, Spiralen und Gitter wahrnehmen können.
Mit anderen Worten: Diese Muster könnten uns etwas Faszinierendes über die zugrunde liegende Architektur und Aktivität unseres eigenen visuellen Systems verraten.
Vielleicht ist dies auch der Grund, warum ähnliche geometrische Motive im Laufe der Geschichte und kulturübergreifend in der menschlichen Kunst, Symbolik und in spirituellen Traditionen aufgetaucht sind. Forscher haben untersucht, ob einige antike geometrische Darstellungen durch intern erzeugte visuelle Erfahrungen beeinflusst worden sein könnten, wenngleich diese Interpretationen umstritten bleiben.
Von antiken Mustern und heiliger Geometrie bis hin zum NeuroVIZR-Logo: Es ist faszinierend, dass manche Formen, die Menschen wiederholt extern erschaffen, Muster widerspiegeln könnten, die unser eigenes visuelles System intern erzeugen kann – fast wie ein „Spiegel des Geistes“ zwischen dem Gehirn und der Welt um uns herum.





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